VON DER INNERSCHWEIZ NACH GENF – HENRI GAGNEBIN – JOSEPH LAUBER – PETER-LUKAS GRAF, FLÖTE – THOMAS WICKY, VIOLINE – CARLOS GIL-GONZALO, KLAVIER

GALLO CD-1512

Henri GAGNEBIN : Trio in D Major, Op. 46 – Joseph LAUBER : Violin Sonata in D Minor, Op. 4, No. 1 – Three Humoresques for Flute Solo, Op. 52 – Trio for Flute, Violin & Piano.

Peter-Lukas Graf, Flöte – Thomas Wicky, Violine – Carlos Gil-Gonzalo, Klavier.

Henri Gagnebin: Trio D-Dur für Flöte, Violine und Klavier op. 46 (1941)

Das Trio D-Dur für Flöte, Violine und Klavier, komponierte Henri Gagnebin 1941. Es ist eines seiner populärsten Kammermusikwerke, welches stilistisch zwischen der französischen Neoklassik und dem Impressionismus oszilliert. Die Harmonik ist relativ traditionell, hat aber eine eigene Ausprägung, wodurch neue tonale Zusammenhänge und Klangfarben entstehen. Das Festhalten an einer erweiterten Tonalität schliesst hier aber teilweise herbe Dissonanzbildungen nicht aus. Grundlagen dieser Musik sind nicht so sehr Themen als vielmehr Motive, die einer vielschichtigen Wandlung unterzogen werden. Gagnebin betrachtete sehr aufmerksam die Evolution der zeitgenössischen Musik. Er erweiterte seinen Stil und seine kompositorische Technik und verfolgte später in grosser persönlicher Freiheit strikt seinen eigenen Weg. Abhängigkeiten von Modediktaten und Ideologien lehnte er ab. Seinen eigenen Aussagen nach zu schliessen, wollte er mit seiner Musik den ganzen Reichtum des Lebens ausdrücken.

Joseph Lauber: Violinsonate op. 4 Nr. 1 (1899)

Die erste Violinsonate op. 4 aus dem Jahre 1899 steht mit ihren vier Sätzen noch in der Tradition der deutschen Romantik; indes erinnert die Harmonik und die ungewohnte Dichte des Klaviersatzes an die von Richard Strauss 12 Jahre vorher komponierte Violinsonate op. 16. Nervöse Klangphantasien sowie eine dramatische Grundstimmung prägen das ganze Werk, welches besonders im 1. Satz, auch durch polyrhythmische Strukturen in der Klavier- und Violinstimme auffällt und den Höreindruck eines Schwebens über Taktgrenzen und Taktschwerpunkte hinterlässt. Der 2. Satz ein Scherzo in D-Dur in der klassischen Form A-B-A, besticht besonders durch die Schönheit des Trios, welches auf der Subdominante komponiert ist. Der langsame Satz Andante erinnert durch seinen überpunktierten Grundrhythmus trotz der Dur-Tonalität an einen Trauermarsch, in welchem Klavier und Violine durch eine besondere Gesanglichkeit rivalisieren. Der 4. Satz ist konzeptionell ähnlich aufgebaut wie der Kopfsatz und beginnt mit einem leidenschaftlichen und virtuosen Thema in d-moll, welches in der Durchführung äusserst komplex verarbeitet wird. Der Finalsatz endet mit einem grandiosen leidenschaftlichen Thema in strahlendem D-Dur.

Joseph Lauber: 3 Humoresken für Flöte, op. 52

Die Lauberschen Kompositionen für Flöte entstanden auf Anregung des dänischen Bankiers und Amateurflötisten Paul Hagemann (1882-1967) für den gleichzeitig auch Paul Hindemith seine „acht Stücke für Soloflöte“ schrieb. Die opera 47 – 53 enthalten Werke für Flöte allein, für Flöte und Harfe, für Flöte und Klavier und ein Flötenquartett. Die „Danses médiévales“ für Flöte und Harfe gehören zum beliebten Konzertrepertoire. Unter den Solostücken zeichnen sich die „Trois Humoresques“ op. 52 durch besonders konzise musikalische Form und Charakteristik aus.

Joseph Lauber: Trio für Flöte, Violine und Klavier (1936)

Das 38 Jahre später komponierte Trio für Flöte, Violine und Klavier zeigt Laubers grosse kompositorische Entwicklung. Hier löst er sich endgültig vom Einfluss und Vorbild der deutschen Romantik. Seine äusserst gewandte Schreibweise mit klaren Strukturen und einer dezenten Farbigkeit zeigt ihn hier als hervorragenden Kenner der Kammermusik.Das motivische Material wird einem ständigen Verwandlungsprozess unterworfen. Beeindruckend sind die transparente Satztechnik sowie eine feine Balance zwischen den drei Instrumenten. Die Sprache ist expressiv und von grossem melodischem Impetus getragen. Eine raffinierte, manchmal fast exotisch anmutende Harmonik, die gelegentlich bitonale Einfärbungen annimmt, sowie die Anwendung von Dominantnonenseptakkorden zeigen nicht nur Einflüsse von Claude Debussy, sondern auch von George Gershwin.


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