{"id":38038,"date":"2016-10-24T20:24:47","date_gmt":"2023-05-22T00:48:53","guid":{"rendered":"https:\/\/vdegallo.com\/?post_type=product&#038;p=38038"},"modified":"2025-05-06T15:55:53","modified_gmt":"2025-05-06T13:55:53","slug":"mendelssohn-die-erste-walpurgisnacht-op-60-o-haupt-voll-blut-und-wunden-kyrie-in-c-minor-ensemble-vocal-et-instrumental-de-lausanne-michel-corboz-2","status":"publish","type":"product","link":"https:\/\/vdegallo.com\/de\/produit\/mendelssohn-die-erste-walpurgisnacht-op-60-o-haupt-voll-blut-und-wunden-kyrie-in-c-minor-ensemble-vocal-et-instrumental-de-lausanne-michel-corboz-2\/","title":{"rendered":"Mendelssohn: Die erste Walpurgisnacht, Op. 60 &#8211; O Haupt voll Blut und Wunden &#8211; Kyrie in C Minor &#8211; Ensemble Vocal et Instrumental de Lausanne, Michel Corboz"},"content":{"rendered":"<p><strong>Felix MENDELSSOHN:<\/strong> <strong>Die erste Walpurgisnacht, Op. 60, MWV D 3:<\/strong> Ouvert\u00fcre. Das schlechte Wetter &#8211; No. 1 Es lacht der Mai &#8211; No. 2 K\u00f6nnt ihr so verwegen handeln? &#8211; No. 3 Wer Opfer heut zu bringen scheut &#8211; No. 4 Verteilt euch hier &#8211; No. 5 Diese dumpfen Pfaffenchristen &#8211; No. 6 Kommt mit Zacken und mit Gabeln &#8211; No. 7 So weit gebracht, dass wir bei Nacht &#8211; No. 8 Hilf, ach hilf mir, Kriegsgeselle! &#8211; No. 9 Die Flamme reinigt sich vom Rauch &#8211; <strong>O Haupt voll Blut und Wunden, MWV A 8:<\/strong> I. Chor &#8222;O Haupt voll Blut und Wunden&#8220; &#8211; II. Aria &#8222;Du dessen Todeswunden&#8220; &#8211; III. Choral &#8222;Ich will hier bei dir Stehen&#8220; &#8211; <strong>Kyrie in C Minor, MWV A 3<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ensemble Vocal et Instrumental de Lausanne, Michel Corboz,<\/strong> Leitung.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.evl.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.evl.ch\/<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p lang=\"de-DE\">Es gibt in Goethes Werk zwei Walpurgisn\u00e4chte. Bekannt ist vor allem diejenige aus dem Faust I, in dem ein typischer Hexensabbat auf vision\u00e4r-groteske Weise beschworen wird. Dagegen nimmt Goethe in dem 1799 entstandenen Gedicht Die erste Walpurgisnacht ein heidnisches Opferfest w\u00e4hrend einer Gewitternacht zum Anlass, zwei unvereinbare Seins- und Denkweisen einander gegen\u00fcberzustellen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Das ganze 19. Jahrhundert hindurch haben sich die romantischen Komponisten immer wieder von der Bilderwelt des Faust I und Faust II inspirieren lassen, w\u00e4hrend Die erste Walpurgisnacht nahezu unbekannt geblieben ist. Nur Carl Friedrich Zelter, Goethes Freund und musikalischer Berater, hatte versucht, das Gedicht zu vertonen. Volle f\u00fcnfzehn Jahre verwahrte er es unter seinen Papieren, ehe er endg\u00fcltig von einem Vorhaben Abstand nahm, das seine Einbildungskraft \u00fcberstieg.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Durch Zelter wurde der damals zw\u00f6lfj\u00e4hrige Mendelssohn bei dem um sechzig Jahre \u00e4lteren olympischen Goethe eingef\u00fchrt, den Zeit und Ruhm gepr\u00e4gt hatten. Nach Beethoven und Schubert zu urteilen, verstand der alte Herr nicht viel von Musik. In seiner Jugend hatte er einige von Mozarts Werken geh\u00f6rt, deren Klarheit und Harmonie er noch im Alter Achtung und Anerkennung zollte; und er fand Gefallen daran, bei dem Berliner Wunderkind aus guter Familie den Nachklang jener Melodien zu versp\u00fcren, in denen das Ideal seiner eigenen Jugend wiederauflebte.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Es w\u00e4re ungenau, von einer Zusammenarbeit zwischen Goethe und Mendelssohn zu sprechen. Das erste bedeutende St\u00fcck, zu dem der Dichter den jungen Musiker anregte, war die Ouvert\u00fcre Meeresstille und Gl\u00fcckliche Fahrt, die erst im Jahre 1832, Goethes Todesjahr, zur \u00f6ffentlichen Auff\u00fchrung gelangte. Es ist zu bezweifeln, dass Goethe eine Musik zu w\u00fcrdigen gewusst h\u00e4tte, die so eindeutig unter Beethovens Einfluss stand. Ebenso wenig h\u00e4tte ihm wahrscheinlich die Partitur der ersten Walpurgisnacht behagt. Das Werk, in dem Orchester und Stimmen eng ineinander verwoben sind, wird dem zentralen Gedanken des K\u00fcnstler-Philosophen nicht ganz gerecht. Von seinem &#8222;Faible f\u00fcr Hexen&#8220; verf\u00fchrt, hat Mendelssohn wenig Interesse an der tieferen Bedeutung des Gedichts bekundet: dem immerw\u00e4hrenden Konflikt zwischen den instinktiven Naturkr\u00e4ften einerseits und der geistigen Klarheit einer durch die Aufkl\u00e4rung gepr\u00e4gten Gedankenwelt andererseits. Mit der vornehmlich romantischen Behandlung des Gegenstandes bleibt er auf der Ebene eines deskriptiven Gedichts und rei\u00dft uns in den Taumel einer entfesselten Gewitternacht.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Die 1831 vollendete erste Niederschrift der Partitur erfuhr erhebliche Ver\u00e4nderungen, bevor sie 1842 zur Urauff\u00fchrung gelangte. Goethe hat nicht mehr erfahren, welche Bestimmung seinen Versen zuteil wurde, deren Vertonung ihnen ein faszinierendes jugendliches Feuer verleiht. Mendelssohn erweist sich hier als echter Romantiker. Er verwendet eine Palette pr\u00e4chtiger Klangfarben, l\u00e4sst die H\u00f6rner aus dem geschmeidigen Gewebe der Streicher hervortreten und gibt den Holzbl\u00e4sern eine h\u00f6chst pers\u00f6nliche Note. Die Ch\u00f6re sind von einer Schlichtheit, die ihnen zuweilen den ernsten Charakter eines Volksliedes verleiht, w\u00e4hrend den Solisten regelrechte gro\u00dfe Arien zugewiesen werden. Der ganze Reichtum der romantischen Oper findet sich in dieser musikalischen Illustration eines Gedichts vereint, das an den Feenzauber shakespearscher Szenen erinnert. Der Chor der Druiden (Nr. 6 der Partitur) ist von einem Einfallsreichtum, den erst der sp\u00e4te Verdi im letzten Akt seines Falstaff wieder erreicht. Der Komponist, an dem Goethe das seine eigene Jugend heraufbeschw\u00f6rende, irgendwie nicht ganz zeitgem\u00e4\u00dfe sch\u00e4tzte, zeigt sich hier erstaunlicherweise als einer der Propheten der Musik des 19. Jahrhunderts. Mit Entschiedenheit sichert er den \u00dcbergang von Beethoven zu den gro\u00dfen Rhapsodien von Brahms.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: right;\"><em>Jean-Francois Labie<\/em><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: right;\"><em>\u00dcbers. Ingrid Trautmann<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Extraits \/ Excerpts<\/strong><\/p>\n[playlist images=\"false\" ids=\"38033,38030,38027,38024,38021,38018,38015,38012,38009,38006,38003,38000,37997,37991\"]\n","protected":false},"featured_media":37988,"comment_status":"open","ping_status":"closed","template":"","meta":{"_acf_changed":false},"product_brand":[],"product_cat":[5307,5246,5265],"product_tag":[],"class_list":["post-38038","product","type-product","status-publish","has-post-thumbnail","vde_composers-mendelssohn-bartholdy-felix_de","vde_interprets-corboz-michel-de","vde_interprets-ensemble-vocal-et-instrumental-de-lausanne-de","product_cat-cascavelle-de","product_cat-orchestermusik","product_cat-recital_de","first","outofstock","taxable","shipping-taxable","purchasable","product-type-simple"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vdegallo.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/product\/38038","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vdegallo.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/product"}],"about":[{"href":"https:\/\/vdegallo.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/product"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vdegallo.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=38038"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vdegallo.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/37988"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vdegallo.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=38038"}],"wp:term":[{"taxonomy":"product_brand","embeddable":true,"href":"https:\/\/vdegallo.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/product_brand?post=38038"},{"taxonomy":"product_cat","embeddable":true,"href":"https:\/\/vdegallo.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/product_cat?post=38038"},{"taxonomy":"product_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vdegallo.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/product_tag?post=38038"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}