{"id":42190,"date":"2010-04-01T17:09:23","date_gmt":"2024-10-08T18:12:02","guid":{"rendered":"https:\/\/vdegallo.com\/?post_type=product&#038;p=42190"},"modified":"2025-06-14T17:23:57","modified_gmt":"2025-06-14T15:23:57","slug":"faure-cello-sonata-no-1-op-109-serenade-op-98-cello-sonata-no-2-op-117-romance-op-69-rolf-looser-urs-voegelin-2","status":"publish","type":"product","link":"https:\/\/vdegallo.com\/de\/produit\/faure-cello-sonata-no-1-op-109-serenade-op-98-cello-sonata-no-2-op-117-romance-op-69-rolf-looser-urs-voegelin-2\/","title":{"rendered":"Faur\u00e9: Cello Sonata No. 1, Op. 109 &#8211; S\u00e9r\u00e9nade, Op. 98 &#8211; Cello Sonata No. 2, Op. 117 &#8211; Romance, Op. 69 &#8211; Rolf Looser &#8211; Urs Voegelin"},"content":{"rendered":"<p><strong>Gabriel FAUR\u00c9:<\/strong> Cello Sonata No. 1 in D Minor, Op. 109: I. Allegro &#8211; II. Andante &#8211; III. Final &#8211; Allegro commodo &#8211; S\u00e9r\u00e9nade, Op. 98 &#8211; Cello Sonata No. 2 in G Minor, Op. 117: I. Allegro &#8211; II. Andante &#8211; III. Allegro vivo &#8211; Romance, Op. 69<\/p>\n<p><strong>Rolf Looser<\/strong>, Cello &#8211; <strong>Urs Voegelin<\/strong>, Klavier<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>FAUR\u00c9 (1845-1924)<\/strong><\/p>\n<p><em><strong>\u201eNicht nur, dass ich Ihre Musik liebe, bewundere, verehre \u2013 ich war und bin noch darin verliebt. Lange bevor Sie mich kannten, dankten Sie mir mit einem L\u00e4cheln in den Konzerten, wenn meine l\u00e4rmende Begeisterung Sie in Ihrer gleichg\u00fcltigen Geringsch\u00e4tzung des Erfolges doch noch zu einer f\u00fcnften Verbeugung n\u00f6tigte. K\u00fcrzlich berauschte ich mich zum ersten Mal an Ihrem Lied Le Parfum imp\u00e9rissable (Der unverlierbare Duft), und dies ist ein gef\u00e4hrlicher Rausch, denn seither habe ich mich ihm jeden Tag wieder ausgeliefert. Immerhin ist es eine klarsichtige Trunkenheit.\u201c<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Diese Zeilen erhielt Gabriel Faur\u00e9 vom Schriftsteller <strong>Marcel Proust<\/strong>.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Die beiden <em>Sonaten f\u00fcr Cello und Klavier<\/em>, op. 109 und 117, wurden 1917 und 1921 in St. Raphael und Nizza komponiert. Sie verwirklichen \u2013 auf ebenso typische wie vielf\u00e4ltige Weise \u2013 den Stil der letzten Etappe eines langen K\u00fcnstlerlebens. In diesem Leben hatten die Dinge Zeit zu reifen, ohne durch ungeduldige Gesch\u00e4ftigkeit oder ein \u00dcberma\u00df an pers\u00f6nlichen Ambitionen gest\u00f6rt zu werden. In all ihren Stadien zeugt Faur\u00e9s Musik von jener guten, fruchtbaren Distanz, die ein gro\u00dfer K\u00fcnstler zu seiner Arbeit und zu sich selbst haben kann und muss. Dasselbe darf auch \u00fcber seine Lebensf\u00fchrung, seine Biographie gesagt werden \u2013 ein gro\u00dfes und seltenes Zeichen.<\/p>\n<p>Ganz abgesehen von ihrem einzigartigen musikalischen Reichtum geben die Sp\u00e4twerke Gabriel Faur\u00e9s Anlass zu bedeutenden Reflexionen und verdienen eine ganz besondere Aufmerksamkeit \u2013 eine Aufmerksamkeit \u00fcbrigens, die immer noch erstaunlich wenig geweckt und verbreitet ist. Das Paradox dieses Sp\u00e4tstils liegt darin, dass er eine faszinierende Einheit von gro\u00dfer emotionaler F\u00fclle und H\u00f6he einerseits und einer seltsam strengen und transparenten \u00d6konomie der klanglichen und musikalischen Mittel andererseits erreicht.<\/p>\n<p>Es muss weiter betont werden: Es handelt sich hier nicht nur um Faur\u00e9s pers\u00f6nlichen Sp\u00e4tstil, sondern auch um den einer ganzen \u00c4ra, der \u00c4ra, welche die westliche Musik, soweit sie in den tonalen und modalen Ordnungen wurzelt, umfasst. Daher erh\u00e4lt seine \u201ederni\u00e8re mani\u00e8re\u201c doppeltes Gewicht und Bedeutung. Faur\u00e9 war offenbar beauftragt und befugt, die letzten gro\u00dfen noch m\u00f6glichen Partien innerhalb der tonal-modalen \u201eSpielregeln\u201c zu spielen.<\/p>\n<p>Er war ein Grenzg\u00e4nger, der sich gegen Ende seines Lebens ausgiebig in den Randzonen dieses Reiches zu bewegen wagte. Mit einem h\u00f6heren Sp\u00fcrsinn und einer Sensibilit\u00e4t f\u00fcr \u00e4u\u00dferst nuancierte Vitalit\u00e4t, fast schlafwandlerischer Sicherheit und K\u00fchnheit, \u00fcberschritt er diese Grenzen oft unversehens (oder existierten sie nicht f\u00fcr ihn?). So wurde er noch im Alter ein Neuerer, auf dem Weg der Entwicklung, dort, wo andere seiner Zeit dieselben Grenzen als Revolution\u00e4re \u00fcbersprangen oder gewaltsam durchbrachen.<\/p>\n<p>Sein Sp\u00e4tstil beginnt etwa mit dem Liederzyklus <em>Chanson d\u2019Eve<\/em> op. 95 (1906) und seiner einzigen Oper <em>P\u00e9n\u00e9lope<\/em> (1907\u201312). Diese letzte Schaffensperiode war \u00fcberschattet von einem f\u00fcr ihn besonders qualvollen Geh\u00f6rleiden, das jede \u00e4u\u00dfere Klangwahrnehmung grausam verzerrte.<\/p>\n<p>Auf einige Eigenarten der sp\u00e4teren Werke Faur\u00e9s soll hier kurz hingewiesen werden:<\/p>\n<p>An kontrapunktischen Mitteln setzt er vorwiegend und lapidar die zweistimmige Imitation ein (Kanon oder eng gef\u00fchrte freie Imitation). Es ist, als ob zwei Zugv\u00f6gel derselben Art einem gemeinsamen Ziel zustrebten. (Die ersten S\u00e4tze der Sonaten zeigen dies besonders deutlich.)<\/p>\n<p>Die harmonischen Entwicklungen faszinieren durchweg durch die K\u00fchnheit neuartiger Kombinationen und Fortschreitungen. Die enharmonischen Mehrdeutigkeiten des temperierten Systems dienen hier einer gro\u00dfen Freiheit, welche der harmonischen Bewegung neue, unerwartete und seltsam farbige Wege er\u00f6ffnet, ohne den weitgespannten musikalischen Zusammenhang und dessen Kommunikation in Frage zu stellen. Im Klavierpart werden die Harmonien oft \u00fcber weite Strecken hinweg durch ein kostbares Gewebe von Figurationen dargestellt, dessen Dichte eigenartig funkelt. Es ist, als ob die Zeit eine wundersame Haut bekommen h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Im melodischen Bau der Themen beeindruckt vor allem der erstaunlich gro\u00dfe Tonumfang, der nicht selten fast drei Oktaven umfasst, und in welchem gro\u00dfe Intervalle (gerade auch die Oktave als Melodieschritt!) eine auffallend gewichtige Rolle spielen (z.B. im zweiten Thema des ersten Satzes von op. 109).<\/p>\n<p>Faur\u00e9 liebt es, seine subtilen und doch kraftvollen Modulationen zu sequenzieren. Es entstehen sozusagen steigende oder sinkende Spiralen, die auf geheimnisvolle Ziele gerichtet sind.<\/p>\n<p>Sehr charakteristisch sind auch die Schlussbildungen der kraftvoll und sicher gef\u00fcgten Formen: Melodie und Harmonie kreisen lange um den Grundton der Tonalit\u00e4t, bevor sie nach einer weiten Reise im heimatlichen Hafen der Tonika vor Anker gehen.<\/p>\n<p>Vor allem die vier letztgenannten Besonderheiten lassen den Gedanken an <strong>Bruckner<\/strong> wach werden. Tats\u00e4chlich scheint Faur\u00e9 der einzige Musiker aus dem romanischen Raum zu sein, der, wenn auch in seiner ganz eigenen Welt, eine Position einnimmt, die der des gro\u00dfen \u00f6sterreichischen Komponisten fast br\u00fcderlich gegen\u00fcbergestellt werden k\u00f6nnte. Beide sind die gro\u00dfen nachromantischen Klassiker.<\/p>\n<p>Zur Reinheit und Gr\u00f6\u00dfe des Anliegens beider geh\u00f6rt auch eine gewisse Naivit\u00e4t h\u00f6herer Ordnung. Dass diese in hohem Ma\u00dfe Bruckners Wesen eignete, ist bekannt. Weniger bekannt ist vielleicht diejenige Faur\u00e9s; sie \u00e4u\u00dfert sich in einer recht gelassenen, heiteren Einfachheit, die zu einer Pers\u00f6nlichkeit passt, die auch genug Humor besitzt, um sich selbst nicht allzu wichtig zu nehmen. \u2013 Von seinem Hotelzimmer in Stresa, wo er \u201emit Entz\u00fccken\u201c an der <em>Chanson d\u2019Eve<\/em> arbeitet, schreibt er 1906 an seine Frau:<\/p>\n<p><em><strong>\u201eMein Text ist schwierig&#8230; Es geht darum, Gott Vater und auch Eva, seine Tochter, sprechen zu lassen. Ja, es ist nicht einfach, mit so bedeutenden Personen zu tun zu haben. Und doch schiene es mir noch viel unm\u00f6glicher, Herrn und Frau Meyer sich in Musik ausdr\u00fccken zu lassen!<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em><strong>Gestern war ein Tag in grauer Seide, sehr hei\u00df, sehr dr\u00fcckend&#8230; Und ich, in flanellener Weste, habe sieben Stunden gearbeitet, und ich habe das Problem gel\u00f6st, Gott singen zu lassen. Wenn ihr sehen werdet, worin seine Beredtheit besteht, werdet ihr staunen \u00fcber die viele Zeit, die es mich gekostet hat, um das zu finden. Aber eben, die nackte Einfachheit sich vorzustellen, ist heutzutage wohl das Schwierigste.\u201c<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Rolf Looser<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Extraits \/ Excerpts<\/strong><\/p>\n[playlist images=\"false\" ids=\"42183,42162,42165,42168,42171,42174,42177,42180\"]\n","protected":false},"featured_media":42160,"comment_status":"open","ping_status":"closed","template":"","meta":{"_acf_changed":false},"product_brand":[],"product_cat":[5312,5237,5231,5249],"product_tag":[],"class_list":["post-42190","product","type-product","status-publish","has-post-thumbnail","vde_composers-faure-gabriel_de","vde_interprets-looser-rolf_de","vde_interprets-voegelin-urs-de","product_cat-aufnahmen-auf-vinyl-veroeffentlicht-de","product_cat-duette","product_cat-cello_de","product_cat-klavier_de","first","instock","taxable","shipping-taxable","product-type-simple"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vdegallo.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/product\/42190","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vdegallo.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/product"}],"about":[{"href":"https:\/\/vdegallo.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/product"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vdegallo.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=42190"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vdegallo.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/42160"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vdegallo.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=42190"}],"wp:term":[{"taxonomy":"product_brand","embeddable":true,"href":"https:\/\/vdegallo.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/product_brand?post=42190"},{"taxonomy":"product_cat","embeddable":true,"href":"https:\/\/vdegallo.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/product_cat?post=42190"},{"taxonomy":"product_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vdegallo.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/product_tag?post=42190"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}