{"id":43109,"date":"2010-01-07T15:12:55","date_gmt":"2024-10-19T23:04:03","guid":{"rendered":"https:\/\/vdegallo.com\/?post_type=product&#038;p=43109"},"modified":"2024-10-20T01:34:27","modified_gmt":"2024-10-19T23:34:27","slug":"italienische-musik-fuer-die-laute-des-16-und-17-jahrhunderts-ricardo-correa-luth","status":"publish","type":"product","link":"https:\/\/vdegallo.com\/de\/produit\/italienische-musik-fuer-die-laute-des-16-und-17-jahrhunderts-ricardo-correa-luth\/","title":{"rendered":"Italienische Musik f\u00fcr die Laute des 16. und 17. Jahrhunderts &#8211; Ricardo Correa, Laute"},"content":{"rendered":"<h4>Italienische Musik f\u00fcr die Laute des 16. und 17. Jahrhunderts<\/h4>\n<p><strong>Francesco CANOVA DI MILANO:<\/strong> Ricercare No. 1 &#8211; Ricercare No. 12 &#8211; Ricercare No. 5 &#8211; Ricercare No. 73 &#8211; Ricercare No. 34 &#8211; Ricercare No. 15 &#8211; <strong>Vincenzo CAPIROLA:<\/strong> La Villanella &#8211; Ricercare &#8220;La Spagna&#8221; &#8211; Che Farala Che Dirala &#8211; <strong>Albert DE RIPPE:<\/strong> Fantasie VII &#8211; Fantasie VI &#8211; <strong>Alessandro PICCININI:<\/strong> Balletto in Diverse Partite.<\/p>\n<p><strong>Ricardo Correa<\/strong>, Laute.<\/p>\n<hr \/>\n<h3>Das Leben eines Musikers in der italienischen Gesellschaft um 1500<\/h3>\n<p><strong>Wie soll man sich das Leben eines Musikers in der italienischen Gesellschaft um 1500 vorstellen?<\/strong><br \/>\nWelche Rolle konnten in dieser bewegten, erfindungsreichen, aber auch widerspr\u00fcchlichen Epoche Komponisten wie <strong>Vincenzo Capirola<\/strong>, <strong>Alberto da Rippa<\/strong> und <strong>Francesco Canova da Milano<\/strong> spielen?<\/p>\n<hr \/>\n<h3>Francesco Canova<\/h3>\n<p><strong>Francesco Canova<\/strong> lebte nicht lange in dem Dorf nahe bei Mailand, wo er 1497 geboren wurde; man wei\u00df, dass er schon im Alter von 13 Jahren bei einem bekannten Musiker in Mantua Laute studierte. Anschlie\u00dfend trat er in den Dienst Papst Paul III., dann zweifellos auch in jenen seiner Nachfolger. Seine T\u00e4tigkeit als Musiker \u00fcbte er besonders in Rom aus; er spielte Viola und Orgel\u20141530 wird er als Organist am Mail\u00e4nder Dom erw\u00e4hnt. Vor allem aber war er Lautist, und die durch seine Virtuosit\u00e4t angezogenen und verbl\u00fcfften Zuh\u00f6rer gaben ihm den \u00dcbernamen <strong>\u201eIl Divino.&#8221;<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<h3>Sein musikalisches Schaffen<\/h3>\n<p>Was spielte er? Neben Improvisationen auf vorhandene oder neu erfundene Themen, die man sich nur mehr vorstellen kann, verarbeitete er die Werke seiner Zeitgenossen und transkribierte Motetten und polyphone Chansons. Dieses <strong>\u201eIntavolieren,&#8221;<\/strong> ein damals \u00fcbliches Verfahren, trug entscheidend zur Entwicklung der Instrumentalmusik der Renaissance bei. Den Kern seines Schaffens bilden jedoch seine <strong>RICERCARI,<\/strong> von denen uns beinahe hundert in zahlreichen musikalischen Sammeldrucken des 16. Jahrhunderts \u00fcberliefert sind.<\/p>\n<hr \/>\n<h3>Fantasie\/Ricercar<\/h3>\n<p><strong>Fantasie\/Ricercar:<\/strong> oft verwechselte Begriffe, die das gleiche Werk, je nach Ausgaben und L\u00e4ndern, bezeichnen.<\/p>\n<p><strong>\u201eIl Divino\u201c<\/strong> war nicht der erste, der Ricercari (\u201eForschungsst\u00fccke\u201c) schrieb: schon 1507 ver\u00f6ffentlichte Petrucci solche. Das Ricercar wurde mit <strong>Francesco da Milano<\/strong> zu einer sehr ausgearbeiteten Instrumentalform, die zu vielf\u00e4ltigen Versuchen und Freiheiten einlud. Keine vokalen Modelle waren mehr zu ber\u00fccksichtigen, keine melodischen Formeln zu bewahren! Francesco da Milano machte aus jedem einzelnen seiner <strong>\u201eSuchst\u00fccke\u201c<\/strong> ein eigenst\u00e4ndiges Werk. Die Ricercari 1, 12, 5, 73, 34 und 15 (Edition Ness) legen davon ein gl\u00e4nzendes Zeugnis ab.<\/p>\n<hr \/>\n<h3>Der Aufbau der Ricercari<\/h3>\n<p>Mit seinem klaren Aufbau, seiner Strenge der imitierenden Themeneintr\u00e4ge, die regelm\u00e4\u00dfig von der H\u00f6he in die Tiefe reichen, seinen sich wiederholenden Kadenzen, die kurze Abschnitte begrenzen, weist das <strong>Ricercar 1<\/strong> wenig \u00c4hnlichkeit mit dem <strong>Ricercar 5<\/strong> auf und noch weniger mit <strong>\u201eLa Compagna\u201c<\/strong> (Ricercar 34). Es ist das melodische Spr\u00fchen, das dem <strong>Ricercar 34<\/strong> Kraft verleiht, besonders in seinem zweiten Teil: eine melodische Linie von kurzen Werten durchl\u00e4uft die verschiedenen Register, entwickelt und wiederholt unaufh\u00f6rlich das dreit\u00f6nige Anfangsmotiv (D &#8211; Es &#8211; D), bringt es in der Umkehrung und in rhythmischer Ver\u00e4nderung. Hier endet die Polyphonie: nur einige Akkorde und vereinzelte Linien unterst\u00fctzen die gro\u00dfen Melodiebogen. Man ist weit entfernt von der Motetten- und Chansontranskription; es ist eine Neuorientierung rein instrumentaler Art.<\/p>\n<hr \/>\n<h3>Der Stil des Ricercar 12<\/h3>\n<p>Ein anderer Stil, eine andere Konstruktion findet sich im <strong>Ricercar 12:<\/strong> der Mittelteil besteht aus kurzen Abschnitten ohne kadenzierende Einschnitte; im Sopran erscheint schon das im folgenden Abschnitt entwickelte Motiv, w\u00e4hrend die anderen Stimmen den Abschluss bilden. Das sich daraus ergebende Flie\u00dfen kontrastiert stark mit der anf\u00e4nglichen Ruhe, die \u00fcbrigens am Schluss wieder eintritt. Kein Thema mehr, sondern eine Folge von Akkorden, deren T\u00f6ne sich st\u00e4ndig wiederholen (das D des Sopranes wird mehr als zehnmal angeschlagen) und wie im Raume schweben bleiben&#8230;<\/p>\n<hr \/>\n<h3>Gemeinsamkeiten zwischen Francesco da Milano und Alberto da Rippa<\/h3>\n<p>Zwischen <strong>Francesco da Milano<\/strong> und <strong>ALBERTO DA RIPPA<\/strong> bestehen mehrere Gemeinsamkeiten: beide erhielten ihre musikalische Ausbildung in Mantua, wo das Musikleben zu Beginn des 16. Jahrhunderts besonders reich war. W\u00e4hrend aber <strong>\u201eIl Divino\u201c<\/strong> in Rom lebte, wurde sein Zeitgenosse <strong>Da Rippa<\/strong> 1528 von <strong>Franz I.<\/strong> an den franz\u00f6sischen Hof berufen, den der Lautenist nicht mehr verlie\u00df. In der Tat stand <strong>Da Rippa<\/strong> beim K\u00f6nig in besonderer Gunst; franz\u00f6sische und italienische Schriftsteller und Dichter lobten unerm\u00fcdlich das Entz\u00fccken, in welches der Musiker seine Zuh\u00f6rer zu versetzen wusste:<\/p>\n<p><em>Sopra al sonar del Liuto del S. Alberto Mantovano<\/em><br \/>\n<em>Quando la mar sovr\u2019al Liuto move<\/em><br \/>\n<em>Alberto, a cui no fu mai par, ne fia,<\/em><br \/>\n<em>Ogni spirto gentil volendo via<\/em><br \/>\n<em>Se ne va con suo suono in grembo a Giove.<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<h3>Die Werke von Alberto da Rippa<\/h3>\n<p>Die Werke des Lautenisten wurden erst nach seinem 1551 erfolgten Tode ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Auffallend ist die Komplexit\u00e4t der <strong>FANTASIEN VI und VII<\/strong> von <strong>Alberto da Rippa<\/strong>, deren Struktur dennoch eine erstaunliche Klarheit aufweist.<\/p>\n<hr \/>\n<h3>Die Struktur der Fantasie VI<\/h3>\n<p>Die deutlich in 4 Abschnitte unterteilte <strong>Fantasie VI<\/strong> beginnt mit einer vom Bass aufsteigenden Bewegung, die in ihrer Wiederholung die Sopranstimme einbezieht. Dieses Element wird in der Folge nicht mehr verarbeitet: es wird nur\u2014immer im Bass\u2014zu Beginn des Schlussabschnittes angedeutet. Die 2 Mittelteile entfalten sich auf voneinander unabh\u00e4ngige Weise. Dar\u00fcber hinaus ist jeder von ihnen nach einem anderen, verschiedenartigen kontrapunktischen Verfahren angelegt: im zweiten Abschnitt \u00fcberwiegt freie Imitation\u2014vor allem im Bass\u2014was diesem Teil eine gro\u00dfe Stabilit\u00e4t verleiht. Im dritten Abschnitt hingegen erlaubt es eine neue, das kurz angek\u00fcndigte Motiv wiederholende Stimme, mit den gegens\u00e4tzlichen Klangfarben jedes Registers zu spielen.<\/p>\n<hr \/>\n<h3>Kontraste in der Kompositionstechnik<\/h3>\n<p>Diese auf Kontrasten basierende Kompositionstechnik gelingt es, der <strong>Fantasie VI<\/strong> eine reizvolle Einheit und Undurchsichtigkeit zu verleihen. Die etwa drei\u00dfig Jahre fr\u00fcher komponierten Werke von <strong>VINCENZO CAPIROLA<\/strong>\u2014das Manuskript ist um 1520 entstanden\u2014bezeugen eine ganz andersartige Richtung: Elemente volkst\u00fcmlicher Herkunft nehmen einen \u00fcberragenden Platz ein, ob es sich um T\u00e4nze, Ricercari oder polyphone Chansons, wie etwa <strong>LA VILLANELLA<\/strong> oder <strong>CHE FARALA CHE DIRALA<\/strong> handelt. Durch die Frische, die sich darin entfaltet, bezaubert <strong>Capirola<\/strong> noch heute.<\/p>\n<hr \/>\n<h3>Die Rolle der Laute im italienischen Musikleben<\/h3>\n<p>Ein Jahrhundert sp\u00e4ter spielte die Laute im italienischen Musikleben noch immer eine bedeutende Rolle. Dennoch entsprach das Instrument, f\u00fcr das <strong>ALESSANDRO PICCININI<\/strong> <strong>Tokkaten, Gaillarden, Couranten<\/strong> und <strong>Balletti<\/strong> komponierte, nicht mehr genau demjenigen Capirolas. Eine der wichtigsten \u00c4nderungen am Instrument betrifft die von 6 auf 13 erweiterte Zahl der Ch\u00f6re (1 Chor = 2 Saiten): dadurch wurde das tiefe Register der Laute betr\u00e4chtlich vergr\u00f6\u00dfert.<\/p>\n<hr \/>\n<h3>Piccininis Tanzmusik<\/h3>\n<p>Im <strong>BALLETTO IN DIVERSE PARTITE<\/strong>, das er als Tanzmusik f\u00fcr den <strong>\u201eIllustrissimo Signor Conte Bentivogli\u201c<\/strong> schuf, spielte <strong>Piccinini<\/strong> mit den Rhythmen, um ein einziges Thema zu behandeln, das er im Laufe vielfacher Variationen in <strong>Pavanen, Gaillarden, Couranten<\/strong> und <strong>Arien<\/strong> abwandelte.<\/p>\n<p><strong>Piccinini<\/strong> ist einer der letzten gro\u00dfen italienischen Komponisten, die f\u00fcr die Renaissance-Laute schrieben. Nach ihm und bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts interessierten sich die Musiker f\u00fcr ein neues Instrument: die <strong>Barocklaute.<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><strong>DENISE PERRET<\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>Musikwissenschaftlerin<\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>Neuenburg (Schweiz)<\/strong><\/em><br \/>\n<em>(angepasst durch ChatGPT)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Extraits \/ Excerpts<\/strong><\/p>\n[playlist images=\"false\" ids=\"43105,43069,43075,43078,43081,43084,43087,43090,43093,43096,43099,43102\"]\n","protected":false},"featured_media":43068,"comment_status":"open","ping_status":"closed","template":"","meta":{"_acf_changed":false},"product_brand":[],"product_cat":[5312,5285],"product_tag":[],"class_list":["post-43109","product","type-product","status-publish","has-post-thumbnail","vde_composers-canova-di-milano-francesco-de","vde_composers-capirola-vincenzo_de","vde_composers-de-rippe-albert_de","vde_composers-piccinini-alessandro-de","vde_interprets-correa-ricardo-de","product_cat-aufnahmen-auf-vinyl-veroeffentlicht-de","product_cat-laute","first","instock","taxable","shipping-taxable","product-type-simple"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vdegallo.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/product\/43109","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vdegallo.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/product"}],"about":[{"href":"https:\/\/vdegallo.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/product"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vdegallo.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=43109"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vdegallo.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/43068"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vdegallo.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=43109"}],"wp:term":[{"taxonomy":"product_brand","embeddable":true,"href":"https:\/\/vdegallo.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/product_brand?post=43109"},{"taxonomy":"product_cat","embeddable":true,"href":"https:\/\/vdegallo.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/product_cat?post=43109"},{"taxonomy":"product_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vdegallo.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/product_tag?post=43109"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}