Jean Perrin: De Profundis, Op. 26 - Choeur de la Radio Suisse Romande, André Charlet, Orchestre de Chambre de Lausanne, Victor Desarzens

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Jean Perrin: De Profundis, Op. 26 - Choeur de la Radio Suisse Romande, André Charlet, Orchestre de Chambre de Lausanne, Victor Desarzens

30-451

Jean PERRIN: De Profundis, Op. 26

Jean PERRIN: De Profundis, Op. 26: I. De profundis clamavi ad te, Domine – II. Fiant aures tuae intendentes in vocem deprecationis meae – III. Si iniquitates observaveris, Domine – IV. Quia apud te propitiatio est – V. Sustinuit anima mea in verbo ejus, speravit animea mea in Domino – VI. A custodia matutina usque ad noctem – VII. Speret Israël in Domino – VIII. Quia apud Dominum misericordia – IX. Et ipse redimet Israël es omnibus iniquitatibus ejus – X. De profundis clamavi ad te, Domine. Requiem aeternam dona eis, Domine

Chœur de la Radio Suisse Romande, André Charlet
Orchestre de Chambre de Lausanne, Victor Desarzens

https://fr.wikipedia.org/wiki/Jean_Perrin_(musicien)


Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir

Das De Profundis (Psalm 130) gehört zu den großen Texten der Spiritualität aller Zeiten. Ein Schrei der Not, er führt von der Angst zur Hoffnung. Vor allem ist es ein Ruf: „De profundis clamavi ad te, Domine“ — aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir. Dieser Ruf war nie aktueller. Dieser Schrei, diese Angst wohnen in jedem von uns. Zugleich sind sie der Ruf einer Welt, die der Gewalt, der Trauer, der Unrechtschaffenheit der Menschen ausgeliefert ist.

I. De profundis

Nur Chor und Orchester anvertraut, drückt dieser Teil den kollektiven Ruf aus — mit der gehämmerten Kontur seines Rhythmus, stark akzentuiert auf der ersten Silbe von „clamavi“, mit Steigerungen vom pianissimo zum fortissimo, mit den Antworten und Verflechtungen der Linien von Orchester und Chor. Nach dem Höhepunkt, den die Blechbläser markieren, beruhigt sich alles auf „vocem meam“.

II. „Seien deine Ohren aufmerksam…“

Der zweite Teil schließt ohne Unterbrechung an den ersten an. Zu den Worten „seien deine Ohren aufmerksam auf mein Flehen“ wird der Ton inniger, bleibt jedoch dringlich. Gestützt auf eine große Septime, die sich später zur kleinen None weitet, entfaltet der Sopransolist seine Arabesken, getragen von den Holzbläsern, im Dialog mit dem Chor, dessen kurze Einwürfe wie eine besänftigende Antwort wirken.

III. Si iniquitates

In diesem dritten Teil schmiegt sich die Musik eng an den Text. Sie bricht hervor — heftig, schneidend, im Wesentlichen rhythmisch, im Erscheinungsbild etwas strawinskisch — und akzentuiert stark die Worte „Si iniquitates observaveris, Domine, quis sustinebit“ (wenn du die Missetaten anrechnest, Herr, wer kann bestehen?).

IV. Quia apud

Dieser ziemlich ausführlich entwickelte Abschnitt lässt die Solistinnen (Sopran und Alt) mit dem Chor abwechseln. Ein großer Teil ist von Sanftmut geprägt, mit ausdrucksvollen Chromatiken und conjuncten Linien, die die Worte unterstreichen: „Doch bei dir ist die Vergebung“ (quia apud te propitiatio est). Der Ton erhebt sich zu einem großen Tutti von Chor und Orchester auf die Worte „und dann fürchtet man dich“, um sich danach wieder zu mildern. In diesem Moment bricht das „Si iniquitates“ aus dem vorigen Teil überraschend wieder ein — diesmal im pianissimo.

V. „Sustinuit anima mea

„Ich hoffe auf den Ewigen, ich vertraue auf sein Wort“ wird wie ein Credo behandelt — als Glaubensakt — mit stark markierten Phrasen, die wie beschwörende Bekräftigungen niederfallen.

VI. A custodia matutina

„Meine Seele wartet auf den Herrn mehr als ein Wächter auf den Morgen“: Schlichtheit und Unbefangenheit der Harmonien in den Tenor- und Sopran-Soli, meditativ im Charakter — Herbheit der Sprache und Aufwallungen des Orchesters im Schlussteil, der sich beruhigt und so den siebten Satz vorbereitet, Speret Israel („hoffe auf Jahwe“), eine leichte, geflügelte Chorfuge, die sich in Momenten der Intensität einen gewissen Schwung bewahrt und die — auf einen letzten Einsatz des Themas in Umkehrung — allmählich wie verlöschende Lichter verklingt.

VIII. Quia apud Dominum

Die vier Solistinnen und Solisten sind die Protagonisten des achten Teils: „Bei Jahwe ist die Gnade, bei ihm die Fülle der Erlösung.“ Der Ton ist der einer ausdrucksvollen, individuellen Melopöie, mit Wendungen, die zugleich an den gregorianischen Gesang und an orientalische Beschwörung erinnern. Bemerkenswert ist, dass eine der Phrasen eine der wenigen Reihen der Partitur enthält.

IX. Et ipse redimet Israel

Chor und Orchester haben im neunten Teil die Hauptrolle: „Er wird Israel erlösen“, fast vollständig — abgesehen von der Peroration — auf einer H-Pedalnote gebaut, mit ständigen Schwingungen vom Tiefen zum Hohen in den stark akzentuierten Chormotiven, unterstrichen durch eine weitgefächerte Entfaltung der Klangfarben über die ganze instrumentale Skala. Ein recht ausgedehntes Sopran-Solo und ein kurzer Einsatz des Bass-Solos („bei Jahwe ist die Gnade, die Fülle der Erlösung“) bereiten den Hörer auf den zehnten und letzten Teil, Requiem aeternam, vor.

X. Requiem aeternam

Dieser beginnt mit der, einen Halbton tiefer liegenden, Wiederaufnahme von Musik und Worten des anfänglichen „De profundis clamavi“. Er hellt sich auf beim Einsatz der Worte „Requiem aeternam dona eis, Domine, et lux perpetua luceat eis“ (Gib ihnen die ewige Ruhe, Herr, und das ewige Licht leuchte ihnen) und schließt mit Akzenten des Vertrauens und des Lichts — in äußerster Transparenz.

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