Pierre Chastellain chante Ellenberger & Thuillard

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Pierre Chastellain chante Ellenberger & Thuillard

30-269

Pierre Chastellain chante Ellenberger & Thuillard

Alfred THUILLARD / Pierre ELLENBERGER: Affût – Dans ce voyage immobile – Le temps d’hiver – La forêt soumise – Amis – Vous qui… – Les enfants du mal de vivre – Mélancolie – Nénuphar – Voilure basse – Je n’ai pas de village.

Pierre Chastellain

https://fr.wikipedia.org/wiki/Pierre_Chastellain_(chanteur)


Lied — Pierre Chastellain: kein Einwand…

Zu erfahren, dass Pierre Chastellain Werke anderer Komponisten singt als die seinen, mag überraschen; eine solche Darbietung zu hören, ruft jedoch keinerlei Einwände hervor, denn diese Verbindung von beruflicher Meisterschaft und persönlicher Sensibilität kündigt sich als gelungen an!

Man kann hier durchaus sagen, dass Chastellain, indem er Ellenberger und Thuillard interpretiert, im Vergleich zum einfachen Lied so etwas wie ein „Kammerlied“ schafft — so wie es in der klassischen Musik eine „Kammermusik“ gibt, einen bevorzugten Moment der Synthese im künstlerischen Schaffen.

Und doch gab es von Anfang an viele Klippen: mit den fast allzu geschliffenen Versen Pierre Ellenbergers, und mit diesen Stücken, die zumeist einer achtsilbigen Poesie dienen mussten — eine Verbindung, die oft zu gewisser Monotonie führt. Alfred Thuillard hat die Falle fast vermieden; Jacques Walmond, zum Arrangeur ernannt, hat sie vergessen gemacht.

Es bleibt der erstaunliche Pierre Chastellain, der all dies wie ein geborener Rezitator entfaltet, indem er in feiner Nuance jene gegensätzlichen Tugenden verbindet: Präzision und Sensibilität.

Radio TV Je vois tout, 1980


Zwei Jahre hat man darauf gewartet! Wird es erscheinen oder nicht? Selten wurde die Veröffentlichung einer Aufnahme eines hiesigen Interpreten so sehnlich erwartet. Natürlich kann man darüber denken, was man will, doch Pierre Chastellain ist heute jemand, der das Recht hat, sich Zeit zu lassen. Und wenn man entdeckt, was in diesem Album steckt — ganz aus Gedichten von Pierre Ellenberger, vertont von Alfred Thuillard — versteht man, dass Chastellain es nicht veröffentlichen wollte, bevor er genau das erreicht hatte, was er wünschte. Und was man wohl Vollkommenheit nennen muss.

Ein ungerechtes Vorurteil will, dass die Poesie einen höheren kulturellen Rang genieße als das Lied. Doch das Lied steht nicht im Gegensatz zur Poesie. Und „populär“ bedeutet nicht zwangsläufig „kommerziell“. Ellenberger–Thuillard–Chastellain: was sie gemeinsam anbieten, hat wenig mit dem üblichen politisch-sozialen Chanson zu tun. Bei ihnen gibt es weder lyrische Gebilde über die Zeit des Aufruhrs noch erbauliche Beschreibungen der künftigen Welt. Sie greifen nicht an, sie beschreiben. Ihre Lieder sind Zeugnisse, Feststellungen — beinahe nüchtern und doch bewegend. Und die Zurückhaltung, die sie zeigen, verstärkt die Wirksamkeit dessen, was sie anbieten:

„Ihr, die ihr freudig trinkt
Aus den Brunnen der Macht,
Solange unter dem Wind sich erleichtert
Das Gewicht der Versprechen eines Abends —

Ihr werdet den Winter nicht erreichen,
Ohne eure Brüder vergessen zu haben.
Die Zeit, die euch bevorsteht,
Wird euch zu Drachen steigen lassen,
Die nicht mehr zurückkehren können.“

Die auf Papier gebannten Worte warten auf Färbung. Manchmal braucht es fast nichts: eine Biegung der Stimme, eine Neigung des Körpers, ein einfaches Augenzwinkern, um ihnen Kraft, Zorn, Zärtlichkeit, Liebe, Wahrheit einzuhauchen — um sie hoch in den Himmel steigen oder plötzlich wieder zu Boden fallen zu lassen. Und wenn die großartigen Texte dieses Albums eine Schönheit und sprachliche Fülle besitzen, die sich gewöhnlich dem egoistischen Vergnügen des Auges darbieten, so wird bald deutlich, dass Ellenbergers Gedichte untrennbar mit der Stimme verbunden sind, die sie singt, und mit der Musik, die sie durchdringt.

Auch wenn sie nicht aus seiner Feder stammen, macht Chastellain sie zu seinen eigenen; er „schreibt“ sie, er sieht sie, er lebt sie. Die Nuance ist nicht belanglos. Ein Schrei der Revolte und der Liebe in reinster Form — nur diese Stimme, wunderbar verstörend wie das Leben selbst, konnte diesen Worten ihr volles Gewicht und ihren tiefen Sinn geben. Der Mut der einfachen Worte ist zweifellos verdienstvoller als der der skandalösen. Und diesen Mut bringt Chastellain durch eine weite, vibrierende Interpretation zum Ausdruck, in der der Atem frei strömt, wo Schärfe einer leidenschaftlichen Entschlossenheit, einer kühlen Nüchternheit weicht. Bei ihm keine Spur jener Demagogie, die mit leichter Rührung spielt, kostenlos und schnell gefällig würde. Nichts als die Stimme, in jedem Moment präsent, hinter jeder Note, hinter jedem Atemzug.

Die Musik schließlich entfaltet sich wie eine Erzählung, jedes Stück wie ein Kapitel — traumhafte, bildhafte Musik, geformt aus der Anordnung unzähliger kleiner Zellen. In dieser Sammlung gibt es einen strukturierenden Gedanken, eine Art Konzeptalbum, das sich wie der Soundtrack eines imaginären Films in einzelne Sequenzen von Atmosphäre und Textur gliedert, innerhalb eines völlig kohärenten Ganzen, von starker Einheit. Und das alles auf prachtvollen, abwechslungsreichen Arrangements (geschrieben von Jacques Walmond), homogen und überaus erfinderisch, die — anstatt die Stimme des Interpreten zu beschränken — sie auf den Gipfel seiner Kunst tragen.

Gérard Montani

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