Schumann: Piano Trio No. 3, Op. 110 - Burkhard: Piano Trio, Op. 43 - Denise Bidal, Hansheinz Schneeberger, Rolf Looser

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Schumann: Piano Trio No. 3, Op. 110 - Burkhard: Piano Trio, Op. 43 - Denise Bidal, Hansheinz Schneeberger, Rolf Looser

30-001

Robert SCHUMANN: Piano Trio No. 3 in G Minor, Op. 110: I. Bewegt, doch nicht zu rasch – II. Ziemlich langsam – III. Rasch – IV. Kräftig mit Humor – Willy BURKHARD: Piano Trio, Op. 43

Denise Bidal, Klavier
Hansheinz Schneeberger, Violine
Rolf Looser, Cello


Schumann — Klaviertrio in g-Moll op. 110 (1851)

Als Schumann 1851 dieses Werk komponierte, lagen grosse Aufgaben und schwere Verantwortung auf ihm. Er war zugleich Dirigent des Orchesters in Düsseldorf, Chordirigent und Leiter der von ihm gegründeten Gesellschaft für Kammermusik. Bei dem Komitee des Musikvereins stiess er auf Unverständnis; es kam zu Spannungen und Konflikten. Die ersten Anzeichen von geistiger Umnachtung machten sich bemerkbar: Beklemmung geht über in Bestürzung und diese steigert sich bald bis zur Todesangst. Schumann erliegt diesem schweren Leiden nach wenigen Jahren, 1856, im Alter von 46 Jahren.

Trotz aller Anfechtungen sprudelt Schumanns Phantasie im schöpferischen Gestalten. Er ist geradezu gezwungen sich durch Komponieren zu befreien. Es ist als ob er den inneren Gesang bloss auf die fünf Notenlinien zu übertragen hätte, als läge alles schon bereit in seinem Unterbewusstsein. So entstanden die meisten seiner letzten Werke, darunter dieses Trio, op. 110, in den wenigen Tagen, vom 10. bis 17. Oktober 1851.

„Meine Musik ist idealisierter Ausdruck der Gemütsbewegungen”, schrieb Schumann selbst. In der Tat, wir vernehmen die unmittelbare Übertragung seiner Gefühle und Impulse in tönender Form — aus Schumanns Musik spricht sein Herz.

Trotz strengster Anlehnung an den architektonischen Aufbau eines Trios, drückt dies Werk die Empfindungen seines Gemütes aus:

Der erste Satz — bewegt, doch nicht zu rasch — verrät bereits die Spannung, das leidenschaftliche Aufsuchen eines Ideals, mehrmals unterbrochen von unendlich zarten Regungen. Verschlungene, melodische Einfälle, Kennzeichen Schumanns, oftmals verwegene, seltsame Gestaltungen die uns so schmerzlich berühren. Zum Beispiel: die erschütternden und so typischen Pizzicati, Heraufbeschwörung einer phantastischen Welt. Dieser erste Satz endet im Pianissimo, besser gesagt, er nimmt kein Ende, er löst sich auf wie ein Traum.

Im zweiten Satz — ziemlich langsam — ist alles verinnerlicht, vertraulich; Schumanns Empfindsamkeit regt die unsrige an, soweit wir deren Bedeutung erfahren wollen. Die Melodien der Geige und des Cellos, getragen von den Harmonien des Klaviers, erheben uns abwechselnd bis ins Unaussprechliche. In der Mitte des Satzes wirkt der fieberhafte Rhythmus pathetisch-schmerzlich. Die Wiederholung der Anfangsthemen zeitigt neue, zarte Weisen, voller Sehnsucht in nachdenklicher Stimmung.

Im dritten Satz — Rasch — wechseln die Kehrreime ab; sie verraten die Zwangsvorstellung in der Couplet-Form, ein Couplet von grossem Überschwang, das auftaucht in heroischem Rhythmus, als Vision. Dieser Satz drückt das Überirdische in Schumanns Werk aus, das sich hier zum musikalisch Fassbaren gestaltet.

Aus dem letzten Satz — Kräftig mit Humor — sprüht Phantasie, Lebensfreude und Humor, zeitweilig unterbrochen durch überschwengliche Stellen. Das Werk endet im schwungvollsten Enthusiasmus.


Willy Burkhard — Klaviertrio op. 43 (1936)

Willy Burkhard wurde am 17. April 1900 in Leubringen bei Biel geboren und starb am 18. Juni 1955 in Zürich. Sein reiches, fast alle musikalischen Gattungen (einschliesslich die Oper) umfassendes Werk zeichnet sich durch ausserordentliche Vielfalt und Spannweite aus. In seinen frühen Liedern erfährt das aufwendige spätromantische Klangbild eine Umwandlung ins Stille; die alles Unwesentliche aussparende musikalische Zeichensprache berührt tief liegende Schichten des Naturerlebnisses.

In seinen zahlreichen geistlichen Werken jedoch äussert sich seine schöpferische Kraft mit grosser und einfacher Eindringlichkeit in einer visionären Klangwelt. Das ganze Werk Burkhards lebt aus der Polarität der beiden Sphären. In vielen seiner Schöpfungen berühren oder durchdringen sich diese gegensätzlichen Ausdrucksbereiche.

Ein besonders bedeutendes Beispiel dafür ist das Klavier-Trio, op. 43. Es entstand 1936, kurz nach der Vollendung des Oratoriums Das Gesicht Jesajas und vor der Kantate Das ewige Brausen op. 46 (nach Gedichten von Knut Hamsun). Das Trio verbindet eine beinahe orchestral zu nennende Monumentalität mit subtilster kammermusikalischer Poesie.

Das vielgliedrige musikalische Geschehen ist hier auf knappstem Raum in einem einzigen Satz zusammengefasst. Fugierte Aussenteile umschliessen eine längere lyrische Entwicklung, die in ihrer behutsamen, aber satten Färbung die Stimmung der Kantate Herbst (Morgenstern) op. 36 wieder aufnimmt.

Zwischenglieder bilden meditierende Zonen: diese fangen den Impetus des Einleitungsfugatos auf oder bereiten in völliger Entrücktheit und Stille den Beginn der Schlussfuge vor. Die Schlussfuge selbst wird auf einem ersten Höhepunkt abrupt durch eine intermezzoartige rasch vorüberhuschende Episode unterbrochen; ihre dem Fugenthema entstammende Ostinatolinie (im Klavier) führt später das wiederaufgenommene fugierte Geschehen in einer gross angelegten Steigerung dem krönenden Abschluss zu.

https://de.wikipedia.org/wiki/Willy_Burkhard

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