Urs Joseph Flury: 6 Lieder (1965), 6 Lieder auf Gedichte von Olga Brand, Kleine Legende, Salve Regina - Kaiser Joseph I: Regina coeli (Live) - Juliette Bise, Sopran

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Urs Joseph Flury: 6 Lieder (1965), 6 Lieder auf Gedichte von Olga Brand, Kleine Legende, Salve Regina - Kaiser Joseph I: Regina coeli (Live) - Juliette Bise, Sopran

GALLO CD-1774

Urs Joseph FLURY / Ullrich TESCHE: 6 Lieder (1965): I. Herbstgefühl – II. Der Nacht entrang sich grau der Tag – III. Venedig und Dein Lächeln – IV. Entsagung – V. Wahn – VI. Frühling

Juliette Bise, Sopran
Eugen Huber, Klavier


Urs Joseph FLURY / Olga BRAND: 6 Lieder auf Gedichte von Olga Brand: I. In der Frühe – II. Sommernacht – III. Der Gärtner – IV. Nun ist es Nacht – V. Nacht – VI. Schlimme Nacht – Kleine Legende

Juliette Bise, Sopran
Werner Giger, Klavier


Urs Joseph FLURY: Salve Regina

Juliette Bise, Sopran
Urs Joseph Flury, Violine
Rita Flury, Violine
Walter Kägi, Viola
Jost Meier, Cello
Eugen Huber, Leitung


Kaiser JOSEPH I: Regina coeli

Juliette Bise, Sopran
Solothurner Kammerorchester, Urs Joseph Flury, Leitung
Peter Reinhart, Orgel


Juliette Bise (1922 – 2011)

Die Sopranistin aus Fribourg war von 1948 bis 1955 Solistin an der Genfer Oper. Bis 1974 trat sie in ganz Europa auch als Konzert- und Liedsängerin auf. Bekannt sind vor allem ihre Aufnahmen mit Orchester unter der Leitung von Ernest Ansermet, Michel Corboz und Jörg Ewald Dähler. Als gesuchte Gesangspädagogin unterrichtete sie von 1954 bis 1988 an den Konservatorien in Fribourg und Lausanne.

Mein Vater und ich lernten die Sängerin durch die Vermittlung unseres Freundes Eugen Huber kennen, der als Pianist von Radio Bern in den 1950er und 1960er Jahren mit Juliette Bise 35 Lieder meines Vaters aufgenommen hat. Um die 1970er Jahre bestritt ich als Geiger einige Kammermusikkonzerte mit Juliette Bise und Eugen Huber. Eines dieser Konzerte fand am 4. Februar 1971 in der christkatholischen Kirche zu Franziskanern in Solothurn statt, wo meine 1965 komponierten 6 Lieder auf Gedichte von Ullrich Tesche und Kurt Kocher zur Aufführung gelangten.

Da sich Juliette leider allzu früh vom Podium zurückzog, hatte ich nur 1971 noch die Gelegenheit, sie im «Salve Regina» von Kaiser Joseph I. von Habsburg mit dem Solothurner Kammerorchester zu begleiten. Später vermittelte sie mir bei den Aufführungen von Jean-Jacques Rousseaus «Devin du Village» und meines Weihnachtsoratoriums ihre bekannten ehemaligen SchülerInnen wie Pierrette Péquegnat und Philippe Huttenlocher.

Als die Töpfergesellschaft Solothurn am 27. März 1974 einen Gedenkabend für unsere liebe Freundin, die Lyrikerin Olga Brand (1905 – 1973) veranstaltete, gelang es mir, Juliette ein letztes Mal für die Interpretation meiner zu diesem Anlass komponierten 6 Lieder auf Gedichte von Olga Brand zu gewinnen. Während diese Lieder schon impressionistische Züge tragen, sang Juliette zuletzt, begleitet von meinem ehemaligen Lehrer und späteren Freund Werner Giger, noch die «Kleine Legende», eines meiner vielen romantischen Lieder, die ich als Gymnasiast auf Olgas Gedichte komponiert hatte.

Die Entstehung meines «Salve Regina» hat seine eigene Geschichte. Als Stellvertreter meines Kollegen Jost Meier leitete ich 1967 während einiger Wochen den christkatholischen Chor zu Franziskanern und hatte dabei die Aufgabe, eine Messe mit Sopran einzustudieren, die Jost für einen feierlichen Anlass komponiert hatte. Dieser Umstand veranlasste mich, noch ein «Salve Regina» für Sopran und Streichquartett beizutragen. Vor der Feier eröffnete man mir jedoch, das kleine Werk dürfe wegen des lateinischen Textes in einer christkatholischen Messe nicht aufgeführt werden (was heute nicht mehr gilt). Sinnigerweise fand die Aufführung mit Juliette Bise im schon erwähnten Konzert von 1971in der christkatholischen Kirche statt. Besonders freut es mich noch heute, dass im begleitenden Flury-Quartett – nach dem Tod meines Vaters – mein verehrter Lehrer Walter Kägi als Bratschist mitwirkte.

Zu «Regina coeli»

Joseph I. war der letzte der drei komponierenden Habsburger Kaiser (vor ihm waren es sein Vater Leopold I. und Ferdinand III.). Der vielseitige Joseph I. (im Spanischen Erbfolgekrieg auch als Feldherr tätig) hat in seinem kurzen Leben (1688 – 1711) leider nur das «Regina coeli», ein Dutzend Arien und eine Aria für Laute hinterlassen. Wenn ich heute die Partitur von «Regina coeli» zur Hand nehme, muss ich darüber staunen, mit welcher Fantasie die vier Textzeilen während 17 Minuten für die Singstimme gestaltet sind (in Koloraturen sehr instrumental gedacht). Auch die Satzkunst in der Orchesterbegleitung ist jedes bekannten Barockmeisters würdig.

Leider ist die Aufnahmequalität von Liedern meines Vaters Richard Flury mit Juliette Bise und dem Flury-Quartett so unzureichend, dass sie nicht überspielt werden können. Unvergesslich ist mir jedoch eine kleine Episode vor dem Konzert, das 1968 in der Jesuitenkirche Solothurn stattfand. Das letzte Lied – auf Mörikes Gedicht «Nimmersatte Liebe – wurde für dir fromme Freiburgerin zum Problem. Um in der Kirche singen zu dürfen «So ist die Lieb! So ist die Lieb! Mit Küssen nicht zu stillen!» ersuchte sie Stadtpfarrer Walz schon im Vornherein um Absolution, die sie auch erhielt.

Die Begegnungen mit der Musikerpersönlichkeit Juliette Bise waren für mich prägende Momente, die mein Leben bereichert haben, und ich werde ihrer immer n grosser Dankbarkeit gedenken.

Urs Joseph Flury

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CD-1774 Booklet.pdf

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